Auch wenn „The Baconing“ nicht mehr DeathSpank im Titel trägt, ist es doch eigentlich (und auch ganz uneigentlich) der dritte Teil der DeathSpank-Reihe. Wie in den Teilen davor, dreht sich alles um den Helden (je nach seiner Stimmung auch mal Anti-Helden) DeathSpank, der nach dem zweiten Teil nun wieder auf der Suche nach neuen Aufgaben ist:
Es kann schon ungemein langweilig sein, wenn einem kein Bösewicht das Wasser reichen kann und so ist er einigermaßen beglückt als er durch das Tragen von 6 Unterhosen übereinander (wer macht das nicht von uns?) ausversehen einen Super-Bösewicht heraufbeschwört. Glücklicherweise will dieser nicht weniger als die gesamte Welt zerstören, was DeathSpank gut in den Kram passt, um sich erneut durch die Gegnerhorden zu pflügen.

An der Unterhosen-Logik kann man schon sehen, worum es geht: Um eine völlig abgedrehte Geschichte und irrwitzige Quests, die teilweise so haarsträubende Dialoge haben, dass genau das den Spaß an der ganzen Sache ausmacht und man sich unwillkürlich fragen muss, wieviel man getrunken haben muss um auf so einen Irrsinn zu kommen. Beispiel gefällig? Da wären zum Beispiel die Unterhaltungen mit der aus den Vorgängern bekannten Kuh, die mit einem ab-und-zu eingestreuten „Muh“ DeathSpank zu immer neuen Erkenntnissen bringt. Gut, dass die Kuh DeathSpanks geistigen Ergüssen nicht widersprechen kann, denn solch einen Gesprächspartner wünscht sich doch eigentlich jeder, oder?

Zurück in die Zukunft

Grafisch ist The Baconing nicht minder abgefahren: zweidimensional gezeichnete Objekte wechseln sich mit 3D-Objekten ab und zeigen so einen gut funktionierenden Look, der sich nicht selten einer gewissen Tim Burton-Optik bedient. So chaotisch wie DeathSpank selbst ist, ist auch die Welt gestaltet: Man fühlt sich direkt zu Beginn auf einen post-apokalyptischen Schrottplatz versetzt, denn überall liegt irgendwelches Gerät herum oder es fliegt Zeugs durch die Gegend. Oftmals irren Tiere umher, die man zum Beispiel im Falle von Hühnern mit einem flockigen Hieb zu Chicken Nuggets verarbeiten kann. Man sieht an der Beschreibung schon: anders als bei den Vorgängern, findet man sich dieses Mal in der Zukunft wieder und da verwundert es nicht, dass er Ober-Boss ein gigantischer Roboter-Samurai ist, der zwischen DeathSpank und seiner verdienten Langeweile steht.

Spielerisch hebt sich The Baconing nicht von anderen Vertretern der Hack-und-Slay-Sparte ab. Der Held lässt sich gut durch die Welt steuern und die Angriffstasten sind leicht zugänglich (Symboltasten) und auch schnell veränderbar. Auf dem Digital-Pad sollte man am besten die Gegenstände (wie Heiltränke) ablegen, da DeathSpank sonst gern mal im Eifer des Gefechts das Zeitliche segnet. Er erscheint dann wieder im zuletzt aktivierten Klohäuschen (wo auch sonst?). :-)
Neben den Quests kann man sich auch mit anderen Dingen wie Minispielen oder einen Casino-Besuch die Zeit vertreiben. Ähnlich wie bei Duke Nukem Forever kann man in einem Casino zocken (siehe erster Screenshot) und so zum Beispiel Kohle für neue Ausrüstung sammeln.

Das Inventar ist unübersichtlich wie eh und je. Hier wäre ein automatisches Sortieren oder die Möglichkeit die besten Ausrüstungsgegenstände automatisch anzuziehen wünschenswert gewesen. So bleibt einem nichts anderes über, als sich durch die Massen an (glücklicherweise oftmals sehr witzigen) Gegenstände zu forsten (siehe Bild:).

Kooperativ geht’s wieder ohne Charakterentwicklung zur Sache

Wie das beim Hack-and-Slay immer so ist, macht es mit Freunden im Koop wieder besonders viel Spaß. Leider ist wie bei Teil 1 und 2 wieder keine Charakter-Entwicklung der Nebencharaktere, die der zweite Spieler spielen kann, möglich. Das ist schade und wäre definitiv eine Verbesserung gewesen. So ist mit der Möglichkeit, dieses Mal aus 4 Nebencharakteren zu wählen auch schon Schluss mit den Neuerungen. Nichts desto trotz macht es wieder enorm viel Spaß, mit einem Freund die skurile Welt zu bereisen. Der Vorteil an der fehlenden Charakterentwicklung der Nebencharaktere ist natürlich, dass man nicht die gesamte Geschichte im Koop mitmachen muss um als „Quereinsteiger“ zurecht zu kommen und die Figuren auch schnell mal wechseln kann.

Fazit

Wer abgedrehte Geschichten und völlig skurile Charaktere mag, der sollte sich „The Baconing“ unbedingt mal ansehen. Fans der ersten zwei Teile wird es freuen, dass sich DeathSpank treu geblieben ist. Neuerungen sind rar und wer noch nicht genug von DeathSpanks Eskapaden hat, der wird sich die Investition von 12,99 Euro nicht lange überlegen. Aber selbst Spieler, die die ersten Teile nicht kennen, könnten Gefallen an der Hack-and-Slay-Blödelei finden. Die Geschichte ist dermaßen überzeichnet und obskur, dass man definitiv die Vorgänger nicht gespielt haben muss, um in die Story hereinzukommen.