RPG`s ließen mich bisher größtenteils kalt und nur wenige konnten mich richtig begeistern. Oblivion machte hier eine Ausnahme und da ich Teil 4 schon durchaus gelungen fand, schadete ein Blick in die Welt von Skyrim jedenfalls nicht und was soll ich groß sagen, bis zu einem gewissen Punkt hat sich der Ausflug nach Himmelsrand definitiv gelohnt und was das war, erfahrt ihr in unserem Review:

HIMMELSRAND MACHT OPTISCH EINE GUTE FIGUR:

Zunächst macht Skyrim optisch eine durchaus ordentliche Figur und man muss besonders die Licht-Schatten-oder Wassereffekte loben, welche vor allem in den Höhlenquests etc. ihre Muskeln spielen lassen. Das gleiche gilt im übrigen für die Charaktermodelle oder auch Rüstungen, welche durchweg sauber designt sind. Hinzu gesellt sich eine Weitsicht, die schlicht und ergreifend atemberaubend ist und das liegt nicht nur an den Details in der Ferne, nein vielmehr ist es die Tatsache, das man alles was man in der Ferne sieht, auch bereisen und quasi „anfassen“ kann und dieses Gefühl der Freiheit ist unbeschreiblich.

AUF DIE GRÖßE KOMMT ES AN:

Die Größe der Spielwelt ist auch der nächste große Pluspunkt von Himmelsrand denn diese ist wirklich enorm ausgefallen, wobei enorm noch untertrieben ist. Gigantisch trifft es wohl ehr, denn diese Spielwelt hier ist wirklich verdammt nochmal richtig groß. Gerade zu Beginn muss man ja viele Orte zu Fuß bereisen (später kann man dann zb. auf die Schnellreise-Funktion zugreifen) und hier verdeutlichen einige Strecken die man zurück legen muss, die wahren Ausmaße des ganzen Areals. Denn hier bekommt man immer wieder das Gefühl, man würde ewig und drei Tage durch die Gegend latschen. Man brauch hier nur einmal während der Laufwege hin und wieder die Karte im Auge zu behalten, dann bekommt man recht schnell einen Eindruck von dem ganzen Ausmaß. Und es ist einfach schier unglaublich, welche Fläche man begehen kann und welche Zeit das ganze in Anspruch nimmt, alles zu erkunden. Hier bekommt man von Grünflächen, über Flüssen bis hin zu Bergen einiges geboten.

DIE WELT WIRKT:

Das Umweltsystem, welches zweifelsohne ein wichtiger Aspekt ist, um dem ganzen die nötige Glaubwürdigkeit zu verleihen,  ist ebenfalls klasse geworden. Egal ob Regengüsse, Sonnenschein, Schneefall, Stürme, kleine und große Tiere, hier mal eine Hütte mit Bewohnern, da ein kleines Dörfchen in dem das Leben spielt, dort eine Festung oder ein Bach. Die gesamte Umwelt wirkt zu Beginn wirklich authentisch und auch charmant, wenn man zb. einen Berg erklimmt, Trockenland durch Schnee abgelöst wird und einem gleichzeitig ein Sturm um die Ohren peitscht, das ist Naturfeeling pur. Selbst in den Dörfern ist meist immer etwas los. Die Bewohner gehen selbstständig ihrer Tätigkeit nach, unterhalten sich untereinander oder bieten Arbeiten an. Das alles haucht dem ganzen die nötige Portion authenzität ein und man hat stets das Gefühl in einer lebendigen Welt unterwegs zu sein. Zudem gibt es quasi endlose Möglichkeiten sich die Zeit zu vertreiben. Vom Waffen schmieden, über Tränke brauen, Häuser einrichten oder Leute beklauen, bis hin zu einbrüchen oder kochen, hier hat man viele viele Möglichkeiten sich fernab der Hauptstory endlose Stunden um die Ohren zu schlagen.

BAU DIR DEINEN HELDEN:

Der Charaktereditior ist wie zu erwarten war, wieder sehr umfangreich ausgefallen. Hier zieht sich die Palette neben der wahl der Rasse von der Lippengröße bis hin zu Gesichtsnarben. Natürlich bringen die verschiedenen Rassen auch wieder unterschiedliche Atribute mit sich. So kann ein Elf schon zu Beginn besser Zaubern als ein Nord, welcher dafür eben stärker mit den Fäusten ist. Dennoch lässt euch das Spiel viel Raum für Kreativität und letztendlich könnt euren Charakter in jede Richtung falten und formen.

ALLEIN ALLEIN:

Gerade zu Beginn habe ich mich stellenweise total allein gelassen und ja, sogar überfordert gefühlt. Veteranen werden sich sicher schnell zurecht finden, aber Neulingen wird der Einstieg stellenweise wirklich schwer fallen. Man kann nach dem Intro zb. sofort hingehen wo man möchte und ich wusste Anfangs gar nicht so recht was ich überhaupt machen soll, denn man hat nach den ersten  paar Minuten quasi sofort freie Hand. Ich mein klar gibt es Questhinweise aber dennoch hat mich diese Größe fast erschlagen. Man geht 10 Meter geradeaus, zwischen ein paar Bäumen hindurch, dreht sich um und auf einmal ist der Quest-Typ mit dem man eben noch unterwegs war, weg, weil man sich einfach mal verlaufen hat…wahnsinn. Der Kompass am oberen Bildschirmrand ist zudem für meine Begriffe stellenweise recht unübersichtlich, wenn da gefühlte 20 Zeichen auf einmal angezeigt werden, was zb. bei mehreren markierten Nebenquests und Orten der Fall ist.

SCHWACHE ERZÄHLSTRUKTUR UND WENIG PEPP:

Die Story schien zu Beginn noch recht interessant, doch dieser Eindruck verflog bereits nach 5 Stunden. Nach rund 20 Stunden Spielzeit kann ich nun sagen, die Story ist forztrocken und zündet zu keiner Sekunde. Es wird absolut kein Bezug zu den Personen aufgebaut, ja alle wirken hier nur wie Statisten mit kurzen Sprachrollen und Aufgabenverteilungen. Die Erzählweise erreicht zudem leider auch nur C-Klasse Niveau und  hielt mich persönlich zu keinem Zeitpunkt bei der Stange. Es wirkt auf mich einfach so, als hätte der Entwickler hier auf Masse anstatt auf Klasse gesetzt und die Männer und Frauen hinter Sykrim scheinbar gar kein Interesse daran zu haben, auch nicht RPG-Fans für dieses Genre zu begeistern, was mich auch zum nächsten Kritikpunkt führt: Die Spielwelt. Diese ist echt gigantisch, doch auch hier trat bei mir nach über 70 besuchten Orten Ernüchterung ein, denn rückblickend betrachtet, ähnelt fast jeder Ort dem nächsten. Berge, Schneelandschaften, Wälder, die grünen Grasflächen, Flüsse, all das scheint sich bis auf sehr wenige Details wie ein Spiegel durch die gesamte Karte zu ziehen. Doch auch die Architektur enttäuschte mich, denn all das wirkt sehr lieblos gestaltet. Die Dörfer oder Burgen/Festungen sind meist in schlichtem Grau gehalten und eine richtig prachtvolle Hauptstadt gibt es auch nicht. Sowieso fehlte mir hier das architektonische Wow-Gefühl, denn es gibt einfach weit und breit keine spektakulären Kulissen zu bestaunen, und das ist bei dieser Größe verdammt schwach denn Raum wäre in jedem Fall da gewesen. Selbst die Hauptstädte sind keine Städte sondern lediglich kleine graue Dörfer und somit wirkt diese riesen große Spielwelt auf einmal keineswegs mehr beeindruckend und meist einfach nur Schwarz/Weiß. Aber wenigstens haben sich die Macher bei der Einrichtung ein wenig Mühe gegeben, denn die Häuser etc. wirken im Innern häufig recht liebevoll gestaltet.

ALLE GEGEN EINEN:

Die Vielfalt der Tiere haute mich persönlich jetzt auch nicht vom Hocker, ganz zu schweigen von der Angriffslust der Vierbeiner, denn alles was größer als ein Hoppelhase ist, scheint ein Problem mit euch zu haben. 95% der Tiere sind feindlich und das ist schon ein wenig gewöhnungsbedürftig, wenn euch fast alles angreift was nicht menschlich ist. Das gleiche gilt auch für die Statisten denen ihr auf eurer Reise begegnet, denn diese greifen euch meist ohne erdenklichen Grund an. Klar sind hier auch Banditen bei welche laut Drehbuch böse sein müssen, aber warum nahezu jeder außerhalb eines Dorfes auf Angriff getrimmt ist, ist mir ein Rätsel. Zum Glück gibt es aber dann doch hin und wieder auch ein paar Gefolgsleute die euch im Kampf unterstützen. Was mich auch störte war, das die Gegner immer am gleichen Ort auftauchen. Segnet ihr nach einem längeren Weg zb. das Zeitliche, werdet ihr exakt auf die gleichen Gegnern an den gleichen Stellen streffen.

KNACKIG KNACKIG:

Selbst auf dem leichtesten Schwierigkeitsgrad gibt es Gegner die euch das Leben schnell zu Hölle machen können. So oder so, den Charakter aufzuleveln ist das oberste Gebot und schnell mal ne Runde zocken, is hier definitiv nich. Man sollte sich also darauf einstellen einige Abschnitte mehrmals oder gar später noch einmal anzugehen, wenn der Charakter im Level gestiegen ist, denn die Gegner bleiben gleich stark und leveln nicht mit.

WAFFEN-„SCHNELLBELEGUNG“:

Am meisten störte mich allerdings die „Schnellbelegung“ der Waffen wenn man sie denn so nennen will, denn die ist nicht sonderlich gut gelöst worden. Hier kann man im Inventar zb. eine Waffe als Favourit markieren und diese Favouriten dann im Kampf auswählen, indem man das Steuerkreuz nach oben oder unten drückt und so durch eine Liste führt. Leider unterbricht das Spiel hier immer wenn man auf diese Weise eine Waffe wechselt. Zudem nervt es spätestens dann, wenn man zb. 5 Waffen, 10 Tränke und auch noch einige Zauber in der Favouritenliste hat. Denn dann muss man im Kampf immer erst gemütlich die Liste durchblättern und das nimmt den Kämpfen unnötig viel Dynamik, denn man kann lediglich zwei Waffen als Schnellwahlfunktion auf das Steuerkreuz legen und das funktioniert meist auch ehr schlecht als recht. Apropos Kämpfe.

INSZENIERUNG? HIER NICHT:

Die Auseinandersetzungen bzw. Aufeinandertreffen mit den sagen umwobenenen Drachen sind super…unspektakulär. Das die, ich nenne sie mal Standartkämpfe nicht wahnsinnig gut in Szene gesetzt sind lässt sich ja noch verschmerzen, aber das selbst die Drachenfights so gegen die Wand gefahren wurden ist schon schade, dreht sich doch das Spiel um eben diese gefährlich mächtigen Wesen. Hinzu kommt der Fakt, das die Drachen quasi alle gleich aussehen und somit ist die Gestaltung dieses Themas ein klarer Flopp.

DIE MACKEN:

Natürlich ist ein Game dieser Größenordnung auch nicht frei von Fehlern, Bugs oder Glitches, wobei das hier sicher ehr verkraftet werden kann als bei so manch anderem Game. Hin und wieder lädt das Spiel zb. nach, was neben später auftauchenden Texturen in der Ferne auch hin und wieder ein leichtes stocken zur Folge hat, was aber wie gesagt häufig zu verschmerzen ist. Hier und da schwebt auch schonmal ein Gegenstand in der Luft oder die Spielfigur versinkt im Boden, was dann wiederum nicht mehr so lustig ist. Leider sind einige Figuren ach mit dem gleichen Sprechern besetzt, was ja im Prinzip nicht sonderlich stören würde, wenn diese Figuren sich nicht im selben Gespräch befinden würden und das ganze dann einfach mal total beknackt wirkt. Da bringen die guten Sprecher wenig.

Das Aufleveln (wie zb. die Schmiedekunst der verschiedenen Rassen usw. usw.) war für mich zu Beginn absolut unübersichtlich, hier fehlte mir wieder ein wenig die Hilfe vom Spiel, welche einfach nicht geboten wird. Zudem empfiehlt es sich, regelmäßig zu speichern (trotz Autospeichern) kann das Spiel hin und wieder ganz schön frusten (wenn man zb. eine weite Strecke zurückgelegt hat und plötzlich das Zeitliche segnet und den ganzen Weg dann noch einmal laufen muss. Und leider sind einige Texturen verdammt matschig, was besonders im Schnee toll zur Geltung kommt. Leider wirken viele der Aufgaben einfach nur so rein geschmissen und wenig motivierend, frei nach der Devise: Will ich erledigen was mir aufgetragen wurde?…klar, dann hab ich was zu tun! Interessiert mich aber überhaupt der Grund des ganzen?…Nö, ich mach das nur um die nächste Aufgabe zu erhalten!

UND SONST:

  • Der Wechsel von der Ego-zur 3rd-Person-Ansicht ist zu jeder Zeit möglich, zudem lässt sich die Entfernung der Kamera zur Spielfigur ändern wann immer man möchte.
  • Das gleiche gilt für den Schwierigkeitsgrad, von welchem es  5 an der Zahl gibt, wobei es der Mittlere schon ordentlich in sich hat.
  • Waffen nutzen sich nicht ab, was mir persönlich super gefällt, denn so ufert das ganze nicht über und man kann sich auf andere Dinge konzentrieren.
  • Schnellreisefunktion ist auch wieder mit von der Partie, wobei man diese nur bei bereits besuchten Orten anwenden kann.
  • Der Sound ist diesmal wirklich gut geworden, allen voran die Syncronisation, welche einem bei Oblivion ja häufig Ohrenschmerzen bereitete. Die Sprecher wirken in Skyrim durchweg recht professionell und stimmig (zb. die Syncro von Sentinel Prime).
  • Bei einem Spiel dieser Größe sticht natürlich vor allem die enorme Spielzeit positiv hervor. Hier stimmt das Preis/Leistungsverhälltnis in jedem Fall.
  • Die faltbare Karte welche jeder Day-One-Version beiligt ist wirklich schick geworden, vor allem der Stoff aus dem sie gemacht ist, macht das ganze recht hochwertig. Schön das sich die Macher hier ein wenig Mühe gegeben haben.
  • leider kein Coop (fällt nicht in die Wertung mit ein)

FAZIT:

Skyrim ist riesengroß, wirklich umfangreich und ja, schlicht und ergreifend, erschlagend. Die Möglichkeiten sich die Zeit zu vertreiben scheinen endlos und langweilig wird das ganze so schnell nicht, wenn man denn ein Fan ist und einen die Welt auf Dauer begeistern kann. Für mich zb., der andere Genres bevorzugt, war Skyrim die ersten Stunden wirklich mal eine willkommende Abwechslung, denn das hier wirkt meist richtig gekonnt, so das es zumindest mich als nicht RPG-Fan trotz einiger Macken, total begeistert hat. Allerdings baute sich diese Begeisterung mit steigender Spielzeit immer mehr ab mittlerweile muss ich sagen, finde ich Skyrim okay bis gut. Die Story ist wie gesagt überhaupt nicht spannend erzählt, die Charaktere sind bzw. waren mir immer vollkommen egal denn die kommen und gehen eh wie sie wollen und ja, mir fehlt einfach der Bezug zu dem ganzen Geschehen hier, denn es baut sich abgesehen vom Auflevel-und Sammelwahn nichts so richtig auf und all das wirkt wie hin-und vollgestopft und dann viel spaß damit. Die Kämpfe gegen die Drachen sind zudem super unspektakulär und das gilt im Nachhinein betrachtet eben auch für die Spielwelt an sich. Anfangs wirkte das ganze auf Grund der Größe echt beeindruckend, später allerdings tritt Ernüchterung ein, immer mehr. Hier hätte die Hälfte der Karte auch gereicht, denn letztendlich ähnelt sich alles einfach zu sehr, ganz zu schweigen vom wenigen Detailreichtum.

Alles in allem ist das hier für Fans sicher ein Fest, doch selbst nicht-Kenner können ruhig mal einen Blick riskieren und in diese Welt eintauchen, denn sie weis die ersten Stunden wirklich zu begeistern.

89%