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Alpha Protocol: Die schöne Geschichte des hässlichen Entleins
29. Mai

Hei jei jei und jei. Es hätte alles so schön werden können. Auf dem Papier ist die Welt von SEGAs Alpha Protocol noch in Ordnung: Eine Mischung aus Rollenspiel und Agenten-/Spionage-Thriller mit zahlreichen Möglichkeiten seinen Charakter zu entwickeln und einer Handlung, die durch die eigenen Entscheidungen stark beeinflusst wird. Wunderbar und ein kräftiges “her damit”. Wir berichteten schon des Öfteren, wie vielversprechend sich die Featureliste runterliest.
Was jedoch in Bit- und Byteform dann abgeliefert wurde, ist so alles andere als in Ordnung: Das Spiel ist unfertig, voller Bugs, ziemlich hässlich und überhaupt nicht auf einem aktuellen optischen Stand. Schlimmer noch: der Verantwortliche, der die elementarste Spielmechanik, nämlich das Kämpfen ersonnen hat, hat ganz offensichtlich das Spiel niemals selbst gespielt.
Anders ist es nicht zu erklären den Spieler zwar wie in einem Shooter selbst zielen zu lassen, dann das Treffen aber durch die Skills wieder aufhebt, sodass man selbst mit dem wunderbarst gezielten Schuß meilenweit danebentrifft. Und das auch noch als Geheimagent, der bestimmt nicht nur auf der Toilette Zielübungen gemacht hat. Wenn dann noch zahlreiche Bugs das Anschleichen und den Nahkapampf oftmals komplett verhindern und die Gegner-KI sowieso nur gerade mal für Paris Hilton gereicht hätte, ist das Chaos perfekt.
Aber es gibt auch Positives zu vermelden: Das Versprechen, als Spieler direkten Einfluß auf die Story nehmen zu können ist eingelöst worden und ganz generell ist die Geschichte eine der großen Pluspunkte von Alpha Protocol. Vielleicht sollte man es als Buch rausbringen, dann müsste man sich nicht durch die Kämpfe quälen und muss den Figuren auch nicht beim watscheln zuschauen (die Charakteranimation bei gebückter Haltung ist eigentlich nur für Lacher gut).
Summasummarum kommt ein ziemlich mittelmäßiges laues Lüftchen dabei heraus, dass auch in den folgenden Video-Reviews von den Jungs bei gamespot ähnlich gesehen wird. Schade eigentlich, denn das Spiel hätte Potential gehabt.
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Alpha Protocol, die Synthese aus Rollenspiel und Agenten-Thriller, steht schon in den Startlöchern. In gerade mal 2 Wochen (am 28. Mai) kommt SEGAs Crossover bei uns raus. Eigentlich war bis jetzt der Video- und Trailer-Output relativ gering, vergleicht man es z.B. mit Rockstars Red Dead Redemption über das wir schon massenhaft berichtet und ständig neue Trailer gelinkt haben.
Das gestern veröffentlichte Video zu Alpha Protocol befasst sich mit der Charakter-Entwicklung, die natürlich eines der zentralen Elemente ist, wenn ein Spiel wirklich Rollenspiel sein möchte. Auf diesem Gebiet macht Obsidian Entertainment, dem Studio das hinter Alpha Protocol steckt, wohl niemand viel vor. Schließlich hat das Studio bereits mit Fallout, Knights of the old Republic und Neverwinter Nights amtliche Rollenspiele mit guter Charakter-Entwicklung und anderen, typischen Rollenspiel-Elementen abgeliefert.
Das Setting ist jedenfalls total unverbraucht und gerade Spionage bietet diverse Möglichkeiten seinen Charakter in die Richtung zu entwickeln die dem persönlichen Gusto entspricht. Ist man eher der “mit dem Kopf durch die Wand-Typ” skillt man eben die Schusswaffen, während der “filigrane Schleicher” wohl eher das langsame, aber lautlose Vorgehen anheben wird.
Grafisch bleibt Alpha Protocol hinter Genregrößen wie Final Fantasy zwar zurück, hat dafür aber viele Möglichkeiten bei den alten Tugenden der Rollenspiele zu punkten, die in letzter Zeit von anderen Quasi-Rollenspielen arg beschnitten, zerstückelt und gebeutelt wurden.
Alles in allem darf man sehr gespannt sein, was die ersten Tests so hervorbringen. Die Idee hinter dem Genre-Püree ist in jedem Fall schonmal sehr interessant. Wir halten Euch auf dem laufenden…