Bethesdas neues Meisterwerk lief nun gefühlte 15 Stunden in meiner Konsole und ein Ende ist noch nicht in Sicht…und das ist auch gut so, bei der Optik.

WUNDERSCHÖN…EINFACH WUNDERSCHÖN:

Das Auge isst wie immer mit und das ist natürlich auch hier der Fall und was soll ich groß um den heißen Brei herum reden, Rage sieht um es auf den Punkt zu bringen, grandios aus und es ist absolut erstaunlich was die Macher hier aus den doch schon recht betagten „NextGen“-Konsolen alles raus geholt haben. Die Licht-Schatten-und Partikeleffekte sehen umwerfend aus, das gleiche gilt für Texturen, die Farbgebung und Details an Gebäuden, den virtuellen Figürchen oder den Fahrzeugen – dieses gewisse Endzeit-Feeling wird hier einfach unheimlich gut(aussehend) vermittelt und nicht selten blieb mein Mund offen stehen, denn hier wirkt alles wie aus einem Guss. Die Kulissen sind zudem sehr abwechslungsreich gestaltet und man bekommt hier von alten Gebäuden, über zerstörte Highways, kaputte Siedlungen, bis hin zu Höhlen, alles geboten was das Zockerherz wünscht.

GAMEPLAY & KNARREN…SCHICKE KNARREN:

Das Gameplay ist Genretypisch – Ihr könnt hüpfen, euch ducken, Sachen aktivieren und ballern…klingt nach Standart, ist es auch und das ist in meinen Augen auch mal ganz gut so, denn das hier ist ein Ego-Shooter im Open World-Gewand. Kein unnötiges Gedöns oder aufleveln, keine zwingendes Sachen sammeln oder Gegner abchecken, nein einfach nur durch die wunderhübsche Gegend fahren bzw. laufen und die Action in vollen Zügen erleben. Und dieses Erlebnis ist übrigens außerordentlich intensiv und ein wichtiger Grund dafür ist das Design und die Aufmachung der Waffen. Versteht mich nicht falsch, ich bin kein waffengeiler Crack oder ähnliches aber für mich ist es doch immer recht wichtig das die Waffen in einem Ego-Shooter gut designt sind und Optisch echt was her machen, denn die Dinger sieht man nunmal ständig über den Bildschrim wackeln. Ich mein wie oft liefen Shooter über die heimische Flimmerkiste in denen die Umgebungen toll und die Waffen altbacken aussahen und das, war den Machern von Rage warscheinlich auch klar und was soll ich sagen, diese Knarren hier gehören mit zum Besten was ich bisher gesehen habe. Ja hier fühlt es sich einfach immer wieder richtig gut an, eine neue dicke Wumme in Händen zu halten und damit zu feuern. Die Schießeisen machen durch die Bank weg eine echt gute Figur und unterscheiden sich stark in Punkto: Design. Vom Colt bis zum Bogen ist hier übrigens alles vertreten und es sollte für jeden etwas dabei sein. Ausgewählt werden Diese übrigens über ein Ringmenü – mit drücken der LB-Taste öffnet sich das Ringmenü und ihr könnt dann mit dem linken Stick die Munition und mit dem rechten Stick die Waffe auswählen. Den Ring könnt ihr im Menü selbstverständlich nach belieben belegen.

In Rage könnt ihr natürlich auch Zielen oder aus der  Hüfte feuern, wobei beides in meinen Augen nahezu gleich effektief ist, sofern die Distanz keine Übermaße annimmt. Modifikationen gibts natürlich auch, diese müssen aber erst freigeschaltet, gekauft oder aber gefunden werden, wie zb. ein halbes Fernglas welches ab sofort als Zielfernrohr herhalten musste. Eine feine Idee ist auch, das es für jede Knarre unterschiedliche Munitionstypen gibt – von den normalen Patronen bis hin zu panzerbrechender Munition, man hat hier einfach die Möglichkeit sich stets mit seinem lieblings-Schießprügel durch jede Situation zu kämpfen und sich auf die unterschiedlichen Gegnertypen einzustellen, welche im übrigens recht abwechslungsreich daher kommen. Von klein bis ganz ganz groß ist alles vertreten, mehr wird aber nicht verraten. Es gibt in Rage übrigens kein Levelsystem – Das heißt ihr müsst euren Charakter oder eure Waffen nicht erst hochleveln um bestimmte Gegner oder Areale zu packen, nein hier stehen eure Schussqualitäten an erster Stelle und diese könnt ihr in 4 unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden unter Beweis stellen.

OPEN WORLD? 50/50:

Rage ist groß und bietet viele unterschiedliche Örtchen und Flecken an denen Menschen leben und das vermittelt ein tolles Open World-Gefühl. Bei genauerer Betrachtung fällt aber doch auf, dass das hier recht Schlauchförmig gestaltet ist. Man hat meist zwar einen großen Bewegungsfreiraum, allerdings werden die Areale immer von hohen Bergen oder ähnlichem, abgegrenzt. Dennoch gibt es meist recht große Distanzen zu überbrücken, und dafür haben die Macher Fahrzeuge bzw. Buggys und ATV`s ins Game eingebracht, mit denen ihr die großen Strecken schnell zurücklegen könnt. Die Karren könnt ihr übrigens im Bereich Optik, Hardware (Federn, Boost usw.) und Verteidigung (Waffen,Munition) tunen. Anfangs ist das alles auch noch ganz witzig, jedoch „verkommt“ das Ganze irgendwann nur noch zu einem öden durch die Steppe gefahre bzw. Mittel zum Zweck, zumal man auch viele der integrierten Rennen welche ihr an den verschiedenen Orten fahren könnt, fahren müsst, um vorwärts zu kommen bzw. euer Fahrzeug abzugraden. Jedenfalls helfen die Cars dabei die teils großen Distanzen schnell zu überbrücken, welche ihr aber natürlich auch zu Fuß bestreiten könnt – man kann zu jedem Zeitpunkt das Fahrzeug verlassen und wieder einsteigen.

Seit ihr an einem der vielen Örtchen angekommen, trefft ihr auf recht viel leben und viele unterscheidliche Charaktere. Neben neuen Aufträgen welche sich meist auf das holen von Gegenständen beschränken und den üblichen Gesprächen habt ihr hier auch die Möglichkeit, euer hart verdientes Geld wieder auszugeben (Antwortmöglichkeiten gibt es übrigens keine, ihr habt lediglich die Möglichkeit Aufträge anzunehmen oder abzulehnen). Die Kohle könnt ihr dann in Sachen wie Munition für Waffen und Autos investieren oder gefundene Schätze wie alte Ölkannen, Kristalle oder Akkus beim Händler um die Ecke verhökern oder kaufen um zb. Gimmiks zu bauen. Aber halt, wer sich jetzt Hoffnung gemacht hat das man sich wie MacGyver austoben kann, den muss ich leider enttäuschen. Findet passendes Material und die Bauanleitung, dann könnt ihr vorgegebene Dinge bauen mit welchen ihr zb. verschlossene Türen knacken oder RC-Fahrzeuge bauen könnt. Was mir auch super gefiel war das Design der Städte und Orte die man im Laufe des rund 20 stündigen Ausfluges besucht – hier mal ein altes kaputtes Örtchen mit einer alten Bar und einer Tankstelle, hier mal eine größere Stadt mit Leuchtreklame über den Läden und Leuten die an der Ecke Brettspiele spielen und hier mal ein altes Krankenhaus voller Blut und Zerstörung. Hier gibts einen Sherriff, da einen Bürgermeister oder aber Infizierte die euch an den Kragen wollen. An Abwechslung mangelt es definitiv nicht und die vielen unterschiedlichen Szenarien wissen super zu unterhalten. Hinzu kommt ein klasse Gefühl von Leben und einem Öko-bzw. Wirtschaftssystem, welches aber nie die Überhand gewinnt. Heißt, ihr könnt zb. nicht klauen oder werdet auch nicht bestraft weil ihr einen Unschuldigen tötet, denn ihr kommt gar nicht erst in solch eine Situation, da ihr in größeren Städten zb. gar keine Waffe mit euch führen dürft oder ihr Diese wenn ihr auf Verbündete zielt, hoch bzw. runter nehmt. Und auch die verschiedenen Gegnergruppen sind sehr unterscheidlich, sowohl Optisch als auch Bewegungstechnisch, und das Design der Klamotten ist Endzeittypisch, weiß aber immer wieder neu zu gefallen.

Rage verfügt übrigens über ein Regenerierungssystem – Wird es also mal zu brenzlig genügt es in Deckung zu gehen und zu warten bis es euch wieder besser geht. Und sollte es doch einmal zu eng werden habt ihr immer noch die Möglichkeit Bandagen zu benutzen welche euch sofort wieder auf „100%“ heilen, sofern ihr welche im Inventar habt versteht sich.

SYNCRONISATION – JA HIER PASST ES:

Oft verhunst und gerade in Open World-Games eine ware Kunst – die Syncro. Doch hier wurde zum Glück nicht am falschen Ende gespart. Die Sprecher sind gut gewählt (es sind aber glaube nur 5 an der Zahl) und machen ihre Sache recht professionell und auch die Lokalisierung der Lippen ist bis auf wenige Aussetzer toll geworden. Hier kann man seinem Gegenüber also ruhig mal ins Gesicht schauen wenn man sich unterhällt.

WAS MIR WENIGER GEFIEL:

Was mich wirklich stört sind die langen Ladezeiten wenn man zb. eine Stadt verlässt oder eine Gebäude betritt. Das ist bei der Größe natürlich irgendwo verständlich, dennoch kann es irgendwann echt nerven. Schade ist auch, das man die Waffen gefallener Feinde nicht aufheben kann – ihr könnt zwar die Leichen durchsuchen, sofern welche übrig sind, findet aber nur Munition oder anderes Zeug. Die Waffen lösen sich nämlich immer in Luft auf, genau wie macnhe Gegner.

UND SONST:

  • Splitscreen ist vorhanden, allerdings beschränkt sich das Ganze auf spezielle Missionen oder Rennen. Die Story kann nicht oflline zu zweit gezockt werden
  • keine Tiere
  • 360-Version kommt mit 3 Disks daher
  • PS3-Version benötigt rund 8Gb Speicher
  • Online-Coop möglich
  • überschaubares Menü
  • ihr könnt im Spiel selbst speichern und das ist auch zwingend notwendig, denn die Rücksetzpunkte sind…naja…

 

FAZIT:

Rage ist klasse und Bethesda hat quasi alles richtig gemacht. Das Gameplay überzeugt und ist Genretypisch schnell verinnerlicht, kommt aber dennoch mit einigen netten Ideen daher. Die Kulisse ist toll designt und das Gefühl der Endzeitkatastrophe wird so gut wie noch nie eingefangen. Die Story haute mich persönlich jetzt zwar nicht vom Hocker aber im Gesamtpaket weiß sie zu motiverien und das ist in meinen Augen viel wichtiger bei dieser Größe und Länge, denn rund 20 Stunden für eine Ego-Shooter sollten schon gelobt werden. Die Macher waren defintiv keine Egoisten und ganieren das Ganze mit einer Optik welche Konkurenzlos im Bereich Ego-Shooter ist und noch einmal verdeutlicht, was aus den aktuellen Konsolen noch alles raus geholt werden kann, denn das hier ist der wohl schönste Ego-Shooter der derzeitigen Generation.

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