Fast 4 Jahre lang hat die Playstation3 dem Ansturm der Piraten stand gehalten. Ein Vorgang den keiner der üblichen Verdächtigen für möglich gehalten hätte.

Nun scheint es doch jemand geschafft zu haben die mannigfaltigen Sperren und Hürden welche Sony in der PS3 aufgebaut hatte umgangen zu haben. Nach unzähligen „PS3 Modchips“ Fakes und diversen Betrügereien mit nicht funktionierenden „günstigen Lösungen“ sprang vor kurzen ein unbekannter Hersteller mit dem unglaublich klingenden Versprechen einer USB Lösung zum abspielen von „Backups“  (jaja, die sogenannten ‚dezentralen Sicherheitskopien‘ aus dem Internet)

Der „PS3Jailbreak“ war zwar schlau benannt, um eine nicht vorhandene Legalität vorzutäuschen, aber der unverschämte Preis von 180 $ brachte die Piratenszene in Rage. Unverhohlen warben diverse Händler mit „Vorbestellungen“ für den PS3Jailbreak. Es schien die Modchip Firmen würden einen riesen Reibach machen, mit einem einfach und billig produzierten USB Dongle und 200% und mehr Gewinnmarge für die Wiederverkäufer. Jedoch kam Sonys Reaktion schnell und mit aller Härte des Gesetzes. Erst wurde Händlern des PS3Jailbreaks per einstweiliger Verfügung der Verkauf, Import, und die Werbung des PS3Jailbreaks untersagt.  Diese kurze Atempause nutzte Sony um die Entscheidung vor Gericht zu untermauern und ein endgültiges Verbot der heißen Ware in Australien und Amerika durchzusetzen.  In Deutschland ist der Stick aufgrund unserer strengeren Urheberrechtslage grundsätzlich illegal. Damit würde sich ein deutscher Händler beim Import oder Verkauf strafbar machen. Die Abmahnwelle beim R4 Chip für den NintendoDS hat gezeigt, dass Deutsche Richter wenig Spaß im Bezug auf offensichtliche Raubkopiertools verstehen.

Damit war der Gruppe um die Entwickler der finanzielle Boden entzogen.  Apropos „Entwickler“ … der PS3Jailbreak ist offensichtlich eine Kopie des in Sonys Werkstätten verwendeten Reset-Tools mit dem die Konsole unter Umgehung der Firmware vor dem Boot bereits Programme ausführt. Dies wird beim PS3Jailbreak dazu genutzt ein auf der Festplatte liegendes Abbild des Spiels als „virtuelles“ BluRay Laufwerk einzubinden. Damit wird die Kopie als original BluRay erkannt. Diese Technik wird auch in den Developer PS3 verwendet, da es sonst nicht möglich ist ein Spiel zu testen. Sonst müsste für jede Testversion eine neue BluRay vom Spiel bei Sony hergestellt werden. Daher können Developer-PS3 ISO Images einlesen.

Die „Entwickler“ haben also einen der so wichtigen „Jigg-Sticks“ aus einer Werkstatt entwendet und diesen kopiert. Dann haben Sie mit einer Illegalen Kopie des Playstation3 SDK (Software Development Kit) ein krudes Kopierprogramm geschrieben, welches die erstellten ISO-Images bootet.

Warum wurde dieser offensichtliche Jigg-Stick Clone nun „PS3Jailbreak“ genannt? Das ist einfach erklärt. Der sog. Jailbreak, also das umgehen der Provider-sperre bei subventionierten Mobiltelefonen, ist laut aktueller Rechtsprechung in den USA legal. Es ist also einem Kunden erlaubt, sein Mobiltelefon aus dem Käfig der Providerbindung zu befreien, wenn er es mit einem anderen Mobilfunkanbieter nutzen möchte.
So kann ein Iphone nach dem Jailbreak außer mit T-Mobile auch mit O2 oder Vodafone verwendet werden. Da diese Art der „Befreiung“ nun legal war, dachten sich die Verbrecher bei PS3Jailbreak

Mensch, wenn Jailbreak legal ist, nennen wir unseren illegalen Stick einfach Jailbreak, und tun so als sei es ein normales legales Produkt

Aber ist der Jigg-Stick überhaupt ein „Jailbreak“ ? Gibt es überhaupt eine Sperre auf einen einzelnen Anbieter? Ist man an einen einzigen Provider für Netz und Content gebunden?

Auf all diese Fragen lautet die Antwort : NEIN

Der „Hack“ ist kein Jailbreak nach US Rechtsprechung. Denn Sony lässt problemlos andere Hersteller für das System entwickeln. Der Netzzugang ist frei, und der integrierte Browser kann beliebige Webseiten ansurfen. Der Stick ermöglicht es also gerade NICHT eine unzulässige Bindung an ein Netz aufzuheben. Der PS3Jailbreak erlaubt ausschließlich Raubkopien.

Fast schon peinlich waren da noch die beleidigten „News“ der Mafiösen PS3Jailbreak Macher: Mann solle doch bitte nicht die viel billiger angekündigten Kopien kaufen, sondern das „ORIGINAL“  denn nur so bekäme Mann Support und Garantie. An Dreistigkeit kaum zu überbieten. Selbst die Nachahmer wurden bereits kurz später von anderen Hackern ausgekonntert als diese verkündeten die Softwareroutinen des Jigg Mechanismus kostenfrei verfügbar zu machen. Nun war jeder kommerziellen Nutzung der Boden entzogen. Den Diebe, die ja auf die Gier der Piraten gesetzt hatten kostenlos zu Spielen, wurde nun eben diese Gier der „Kundschaft“ zum Verhängnis. Was kostenlos zu haben ist, dafür zahlt niemand 180$. Bereits kurz nach der ersten Runde wurde auch bekannt, dass potentielle Raubkopierer besser niemals online gehen nachdem sie den Dev-Mode gestartet haben. Die PS3 merkt sich alle gestarteten Spiele und meldet diese nach Hause zurück. Daher fiel die Kennung 1234 welche das Ladeprogramm für die Raubkopien hatte sofort auf. Das lässt auf eine satte BAN-Welle schließen. Denn Sony kann jede PS3 einzeln dauerhaft vom PSN trennen. Ebenso können neue Spiele auf gebannten Konsolen die Arbeit verweigern. Damit wird der Einsatz solcher Techniken zum Glücksspiel. Wer gerne seinen Account und seine Trophies aufs Spiel setzt: bitte schön.

Bleibt also für die Raubkopierer nur die Möglichkeit die Konsole mit dem Hack dauerhaft offline zu betreiben. Im Anbetracht der auf Multiplayer zentrierten Spiele dieser Generation keine verlockende Aussicht.

Auch kann jedes neue Firmwareupdate (welches automatisch von neuen Spielen verlangt wird) dem Ganzen Spuk ein Ende setzen. Sollte Sony den USB Treiber fixen und damit den Hintereingang schließen würden auf einen Schlag alle neuen Spiele unbenutzbar. Auch könnte jedes Spiel einen Stealth-Scanner mitführen welcher die interne Festplatte nach ISO Dateien absucht, und dann die Konsole suspendiert. Auch das ist Möglich: der unauffällig installierte Scanner startet einen Timer von einem oder 2 Monaten und lässt die Konsole dann in den YLOD schalten. Wer seine Konsole dann einschickt um sie Repariert zu bekommen wird flux mit der neuesten Firmware ausgestattet, welche den Dev-Mode blockiert. Oder er bekommt eine feine Abmahnung per Post statt der reparierten Konsole. Denn im Repair -Center wird man die ISO’s wieder mal entdecken.

Bleibt zu hoffen, dass Sony die Lücke schnell und endgültig schließt. Sonst werden die Budgets wieder für DRM und anderen überflüssigen Kram ausgegeben statt für Spiele.