Schlechtes Wetter und Ethan Mars- zwei der Zutaten vom Heavy Rain-ThrillerWenn man sehen könnte, was Leute denken, dann wären die Spieler, die zum ersten Mal Heavy Rain spielen wohl mit einem Riesen-Fragezeichen auf dem Kopf schon von Weitem zu erkennen. Damit wär man auch gar nicht mehr so weit entfernt von der Hauptfigur die man gerade in Heavy Rain spielt. Denn auch die hat wild um den Kopf schwirrende, an die Hand getackerte und über der Brust zitternde Steuerungssymbole. Eines wird direkt klar: Heavy Rain geht andere Wege. Ganz andere.

Man kommt sich vom ersten Moment eher vor, als sehe man einen Kinofilm mit CGI-Effekten als dass man ein Videospiel spielt. So ein bischen wie “Final Fantasy – The Spirit Within” gemixt mit der Atmosphäre von” Sieben”. Natürlich nur ein bischen… 

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Worum geht es überhaupt?

Da das Spiel erst 2010 auf den Markt kommt verwundert es kaum, dass eigentlich außer den Entwicklern selbst noch niemand wirklich weiß worum es genau geht. Fest steht aber, dass es sich um einen waschechten Thriller handelt, der aus der Sicht von vier steuerbaren Charakteren erzählt wird, die allesamt auf eine bestimmte Art und Weise eine Verbindung zu einem als Origami Killer bekannten Serienkiller haben, sei es aus Rache oder dem Wunsch heraus zukünftige Opfer zu schützen. Seinen Namen hat der Killer übrigens dadurch bekommen, dass er am Tatort immer kleine Papierfiguren hinterlässt.

miniscreen5Soweit so gut, was die Geschichte angeht. Doch nun kommt das wirklich Ungewöhnliche: Heavy Rain versucht in vielerlei Hinsicht neue, unausgetretene Wege zu gehen. Für ein Videospiel absolut untypisch ist z.B. die Tatsache, dass es für alle Personen die in der Geschichte vorkommen keinen Lebensbalken gibt oder eine Anzeige über die Gesundheit. Nichtmal mehrere Leben gibt es. Steuert man seine Spielfigur in den Tod, bleibt die Spielfigur auch tatsächlich tot. Das steigert die Spannung und das Mitgefühl für die Spielfigur.
Der Spieler soll dadurch auch motiviert werden die Geschichte erneut zu spielen und zu sehen wie anders sie sich entwickeln kann. Überhaupt haben alle Aktionen des Spielers direkte Auswirkungen auf den gesamten Spielverlauf.

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Eine Szene verdeutlicht das gut: Während ein kleiner 24-Stundenladen überfallen wird haben wir die Möglichkeit zu versuchen den Täter zu überrumpeln oder ihm gut zuzureden, sodass er den Laden zwar ohne Geld, aber auch ohne Polizei verlässt. Ist man dabei zu plump kann das auch schnell das Ende des Protagonisten und damit des gesamten Handlungsstrangs bedeuten.

Ethan Mars bei der PolizeiarbeitDie Steuerung ist ebenfalls eher ungewöhnlich als konventionell. Die Möglichkeiten die Spielfigur zu steuern wird direkt an ihr oder auf ihr eingeblendet. Kann z.B. die linke Hand etwas greifen wird die entsprechende Taste eingeblendet. Man kann auch nicht die Kamera drehen. Es läuft eher wie in einem Film ab in dem die Szenen bereits feststehen, die Figuren sich aber in ihnen noch bewegen können. So kann z.B. mit einem kleinen Schlenker des rechten Sticks eine spezielle Polizeibrille aus der Jacke gezogen werden um den Tatort nach Spuren abzusuchen.

Vorab-Fazit: Für ein Spiel ist “nicht gewöhnlich” zu sein immer erst einmal etwas Gutes. Es bleibt abzuwarten ob die unübliche Steuerung und die noch unüblichere Art des Gameplays die Spieler auf Dauer motivieren kann. Grafisch sowieso ein Toptitel muss Heavy Rain nur weiter seiner Einzigartigkeit nachgehen- dann könnte es ein echter Wegbereiter werden und vielleicht sogar das Genre des Adventures neu beleben.

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