Zombies sind im Trend, das wissen auch die Jungs und Mädels der Microsoft Studios und bescheren uns via Xbox-Live einen spannungsgeladenen 2D-Überlebenskampf der absoluten Oberklasse.

Ihr steuert den guten Wayne, welcher von der Kleidung her etwas an Danzel Washington aus THE BOOK OF ELI erinnert und Mitte der 80er durch die US-Stadt Seattle wandert, welche sich in eine Welt der Untoten oder auch Schatten, wie sie hier liebevoll genannt werden, verwandelt hat. Die Story ist dabei, wie im Genre üblich, recht einfach gestrickt, weiß aber dennoch auf dem nötigen Niveau zu unterhalten, den Spieler mit Spannung zu versorgen und kann hier und da sogar etwas überraschen. Erzählt wird die Geschichte dabei, abseits der Handlung, im stimmungsvollen Comic-Stil oder in Rückblenden bzw. Erinnerungen, die ihr in DEADLIGHT sogar selber Zocken dürft. So zum Beispiel die Begegnung mit eurer ersten Waffe die ihr findet. Hier macht ihr eure ersten Schussversuche in einer Rückblende, in der Wayne das Schießen erlernte. Sehr geile Idee.

GAMEPLAY:

Vom Gameplay her verläuft DEADLIGHT meist nach dem üblichen 2D-Schema. Klettern, Hüpfen, Rennen und das Ganze von Rechts nach Links, Unten nach Oben und wieder zurück. Doch hat der gute Wayne auch einige Extras in Petto, die ein wenig Abwechslung ins Spiel bringen. So ist es eurem Protagonisten beispielsweise möglich, neben diverser Rätsel die gelöst werden wollen, auch Schalter zu drücken, welche zum Beispiel Fallen und Mechanismen auslösen, die dann wiederum unter anderem auf Zeit gemeistert werden müssen. Doch auch im Nahkampf ist der Held von DEADLIGHT nicht ungeschickt und kann sich hier und da mit Hilfsmitteln, wie einer Axt, die er mal flucks einem Verunglückten aus dem Kopf zieht, oder auch Schusswaffen wie einem Revolver, zur Wehr setzen. Doch seit gewarnt, Wayne ist nicht unsterblich und auch kein Superheld, auch wenn die gerade voll im Trend sind. Soll heißen, Wayne segnet bereits nach wenigen Treffern der Zombies das Zeitliche und Flucht ist meist die bessere Alternative. Zudem verfügt der Gute nur über begrenzte Ausdauer, welche sich nach einem Angriff auf die Untoten oder einer Klettereinlage erst wieder erholen muss, in dem ihr eine kurze Pause einlegt. Nerviges herum-gesuche von Hilfsmitteln bleibt dabei aus.

Damit ihr jedoch nicht gleich bei jedem Aufeinandertreffen mit den Schatten eine Panikattake bekommt und Angst haben müsst abzunippeln, könnt ihr auf dem Weg zum Ziel neben Kampf-und Schusswaffen auch Erste-Hilfe-Mittel einsammeln, die eure Lebens-Energie wieder auffrischen oder gar dauerhaft steigern. Und damit der Überlebenskampf auch ja nicht langweilig wird, haben die Macher etliche versteckte Ausweise, Notizen oder verloren gegangene Tagebuchseiten in Leichen oder anderen Dingen versteckt, die interessante Einblicke in die Szenerie liefern. Fair ist DEADLIGHT im übrigen auch ausgefallen. Nach einem Ableben dauert es gefühlte fünf Sekunden bis ihr aufs Feld zurück kehrt und vom letzten Kontrollpunkt startet. Diese sind fair gelegt und Frust bleibt so in jedem Fall aus. Dabei verkommt DEADLIGHT jedoch nie zu einer Baller-oder Schnetzel-Orgie. Der Mix ist in jedem Fall gut abgemischt und bietet von Allem reichlich.

ATMOSPHÄRE & CO.:

Doch kommen wir nun zum Sahnestück, der Atmosphäre. Die ist einfach phänomenal um es auf den Punkt zu bringen. Auch wenn 2D erst einmal recht unspektakulär klingen mag, so ist das gesamte Konzept doch unheimlich spannend und mitreißend gestaltet. Denn auch wenn ihr euch lediglich auf einer Schiene bewegen könnt, so lauert der wandelnde Tod überall und die Szenerie lebt quasi. Soll heißen, die Untoten können zum Beispiel auch aus dem Hintergrund heraus auf euch zu stürmen und attackieren. Das verleiht DEADLIGHT eine unglaublich spannende Note und macht das gesamte Szenario, obwohl nur 2D, eben sehr lebhaft. Doch selbst abseits der Handlung macht es einfach Spaß mal stehen zu bleiben und in die zerstörte Welt zu schauen.

Apropos Szenario, dieses ist von Vorn bis Hinten grandios eingefangen und interpretiert. Fans einer apokalyptischen Welt kommen hier sowohl Visuell also auch Akustisch voll und ganz auf ihre Kosten. Egal ob verlassenes Lagerhaus, verregneter Highway, abgewrackte Wohnungen, alte Tankstellen oder die Kanalisation, Abwechslung lauert Spielerisch an jeder Ecke. Der gesamte Backround zündet zudem durch stimmungsvolle Details wie flackernde Lichtreklamen, zerstörte Gebäude in denen Rauch empor steigt, Hubschrauber die den Himmel kreuzen oder brennende Autos auf den Straßen. Alles sehr packend und beklemmend. Die Effekte sind neben der starken Optik auch nicht ohne. Sowohl Licht-Schatten als auch Partikeleffekte bewegen sich stets auf hervorragendem Niveau für einen Download-Titel.

Doch nicht nur das visuelle Gesamtbild trägt zum starken Erlebnis bei, nein auch Akustisch bekommt man einiges geboten. Das gesamte Geschehen wird stets von spannenden Klängen und Tönen begleitet, um hier ein großes Zombiefest zu kreieren. Egal ob Regen, Gewitter oder das Keuchen der Untoten, es zündet einfach in den Boxen. Die Sprecher tun ihr übriges und verleihen dem Ganzen die nötige Portion Authentizität, doch leider nur in Englisch und mit deutschem Untertitel.

An eins hat mich DEADLIGHT übrigens besonders erinnert. An den Überraschungshit LIMBO. Auch wenn es prinzipiell natürlich Grund verschieden ist, so lassen sich offensichtliche Parallelen was die Schatten-Spiele angeht, nicht vermeiden. Doch das stört überhaupt nicht. Im Gegenteil, das ist sogar ganz gut so, ist dieser Stil doch immer noch sehr sehr frisch und trägt einen Großteil zur grandiosen Stimmung bei.

WENIGER GUT WAR:

Zum einen, das Held Wayne nicht schwimmen kann. Das finde ich für die heutige Zeit schon recht bescheiden als Mittel, um den Schwierigkeitsgrad bei Hüpfpassagen anzukurbeln. Des weiteren störte mich die Tatsache, das viele Hüpfpassagen nicht beim ersten Anlauf zu schaffen waren, da etliche der später auftauchenden Fallen schlicht nicht zu erkennen waren, bis sie denn mal zuschlugen. So kann man auf einem kurzen Abschnitt schonmal eine Hand voll Tode sterben, und das wiederum kann ordentlich nerven. Zudem war das Ende für meinen Geschmack recht schwach.

SONSTIGES:

  • reines Einzelspielererlebnis
  • 400GS gibts zum jagen
  • Preis liegt bei 1200MS-Points
  • Keine Schwierigkeitsgrade
  • Kapitel lassen sich einzeln anwählen
  • knapp 2GB groß

FAZIT:

DEADLIGHT ist definitiv einer der besten Arcade-Titel 2012, soviel ist sicher. Es ist ein absolut stimmungsvoller Trip der den Spieler durch eine wahnsinnig liebevoll gestaltete Endzeit-Welt führt, die super packend ist. Der Charakter gefällt meist, das Gameplay geht locker von der Hand und ist abwechslungsreich und das Szenario wurde selten so stimmig, fesselnd, aber dennoch schlicht in 2D eingefangen. Garniert wird all das mit mal mehr und mal weniger knackigen Rätsel-und Klettereinlagen, spannenden und manchmal auch nervenden Fluchtsequenzen, einer flotten Story, einem recht schwachen Ende und einer brauchbaren Portion Gruselfaktor. Hier und da gibt es zwar ein paar Ecken und Kanten die wie bereits erwähnt auch mal ein wenig nerven können, alles in allem bekommt man hier für 1200MS-Points aber richtig was geboten.

80%