…und das weiß nicht nur der gute Bruce Wayne, sondern sicher auch die Spielerwelt spätestens seit Batman: Arkham Asylum, welches wohl der Überraschungshit im Jahr 2009 war und zu eines der besten Games dieser Konsolen-Generation avancierte. Hier wurden zum ersten Mal alle wichtigen Elemente des Batman-Universums nahezu perfekt vereint und Arkham Asylum war quasi das virtuelle Meisterwerk zu Chris Nolens-Filmen mit Christian Bale in der Hauptrolle.

Als der virtuelle Abspann damals über den Bildschirm flimmerte blieben bei mir zwei Dinge zurück. Eine offene Kinnlade und der Wunsch nach mehr: mehr Batman, mehr Freiheit, mehr Theatralik, mehr kranke und einzigartige Bösewichte, mehr Rätsel, mehr spektakuläre Freeflow-Kämpfe, mehr Gadgets für die Verbrecherjagd und einfach mehr von diesem einzigartigen Batman-Gefühl und das liebe Leute ist: Arkham City. Doch genug um den heißen Brei geredet, auf zum Review:

ERZÄHL MIR DEINE GESCHICHTE:

Ach ja, wie lange habe ich auf diesen Moment gewartet, endlich in die Tasten hauen zu dürfen, für den Nachfolger eines meiner absoluten Lieblingsgames. In meinen Augen ist Batman ein faszinierendes Kunstwerk, mit all den kranken Gestalten und ihren Lebens-und Leidensgeschichten, Bruce Wayne als dunkler, edler Ritter, welcher ganz aus eigener Kraft und ohne Superfähigkeiten zu Batman wurde, zum Superhelden der nie tötet, zu einem Symbol – und all das wird immer toll erzählt, denn ein wichtiger Kern im Batman-Universum ist immer die Geschichte rund um die Fledermaus und die finsteren Gestalten aus Gotham, denn nur wenige bieten eine derart düstere und theatralische Story wie die des Milliardärs Bruce Wayne, und das gilt auch für Arkham City – doch es sei nur soviel gesagt. Dr. Hugo Strange weiß um Batmans-Identität, kidnapt Diesen und steckt ihn nach Arkham City, ein Stadtteil von Gotham, welcher kurzerhand abgesperrt und zu einem Riesengefängnis umfunktioniert wurde, denn auf Arkham Island war kein Platz mehr für die ganzen Verbrecher. Warum, wieso und weßhalb Dr. Strange das tut, wird an dieser Stelle natürlich nicht verraten, denn auch Arkham City lebt von seiner tollen und spannenden Erzählweise. Nur soviel, es fesselt, es unterhält, motiviert von der ersten bis zur letzten Minute und ihr werdet auf viele interessante Charaktere treffen, hinter denen immer eine Geschichte steckt.

WERDE ZU BATMAN:

Das Gameplay war im ersten Teil schon super umgänglich, leicht verinnerlicht und kam auf Grund der tollen Choreographien während der Kämpfe dennoch unheimlich anspruchsvoll und auch cool rüber. Die Rede ist natürlich vom Freeflow-Kampfsystem, welches auch in Arkham City wieder Verwendung findet und nicht nur super choreographierte Moves ermöglicht, sondern auch das Gefühl von virtueller Überlegenheit gegenüber seinen Gegnern, toll vermittelt. Es gestaltet sich recht einfach – mit einer Taste wird geschlagen und mit einer Anderen wird geblockt und Batman passt seine Bewegungen dann quasi der Situation im Kampf eigenständig an. Klingt simpel, ist aber spätestens bei 20 Gegnern echt anspruchsvoll. Timing ist hier alles, denn wird Mr. Wayne einmal getroffen, unterbricht die Kombo und fängt von Vorn an – timt ihr eure Angriffe und Blocks aber immer im richtigen Moment, zeigt Batman in vollen Zügen was er auf dem Kasten hat, lässt irgendwann die richtig harten Schläge von der Leine, kombiniert Waffen mit Moves und ich verspreche euch, Gegner zu verprügeln war nie schöner anzusehen. Doch Vorsicht ist geboten wenn die Schurken zb. mit Schuss-oder Stichwaffen zur Tat schreiten, denn Batman ist immer noch ein Mensch der keine Superkräfte hat und werdet ihr zu oft von Kugeln durchlöchert, segnet ihr schnell das Zeitliche. Hier empfielt sich dann ehr das lautlose Ausschalten und Schleichen durch Schlupflöcher wie Bodengitter, das nutzen des Detektivmodus welcher auch wieder Einzug erhält, oder das Schwingen in luftigen Höhen – Batman durch die City von Arkham/Gotham spazieren zu lassen wird kurz gesagt, einfach nie langweilig und ein wichtiger Grund dafür ist das riesige Areal. Ich fand ja Arkham Asylum schon recht groß (hatte es damals jedenfalls nicht so erwartet) doch das hier, das hier…ist einfach fantastisch. Die Stadt wirkt riesig und es ist immer wieder ein erhabenes Gefühl wenn man auf Grund der neuen Gadgets durch die Lüfte saust. Und Batman bewies ja schon im ersten Teil das er ein Händchen für Erfindungen im Kampf gegen das Böse von Gotham hat, und diese Gadgets finden natürlich auch hier wieder Verwendung. Welche das sind, ach lasst euch einfach überraschen. In jedem Fall sollte für jeder Mann und jede Frau etwas schönes dabei sein um seine eigene Art Verbrecher zu jagen, zu kreieren.  Die Gadgets erhaltet ihr übrigens genau wie im ersten Teil, indem ihr die Gefolgsleute der Oberbösewichte ordentlich vermöbelt. Seit ihr im Kampf erfolgreich, füllt sich eine art Balken – ist Dieser voll, könnt ihr aus einer Fülle von Spielzeugen und Fähigkeiten wählen und Bats für den Kampf gegen das Verbrechen stärken. Toll ist übrigens auch, das ihr diesmal nicht nur in die Haut des dunklen Ritters schlüpfen werdet.

OPTIK & DESIGN IM EINKLANG: 

Hier fällt mein Fazit spärlich aus, denn die Grafik ist einfach nur der Hammer. Teil 1 sah ja schon verblüffend aus und alles wirkte wie aus einem Guss, und genau das ist hier auch wieder der Fall. Alles geht quasi in eine Gleichung über, Texturen, Partikel-Schatten-und Lichteffekte, die Bewegungen der Körper, Gebäude, die Weitsicht – ja jedes noch so kleine Detail, einfach alles weiß zu gefallen. Nichts wirkt deplaziert und alles ist scheinbar genau da wo es hin gehört, denn ein Bild geht hier ins nächste über und der Stil des dunklen und bedrohlichen Arkham City ist einmalig und Entwickler Rocksteady vermittelt ein tolles Batman-Feeling. Neben der Stadt und ihrer Architektur glänzen natürlich auch die Charaktermodelle wieder in vollen Zügen – hier erhalten die Bösewichte wieder richtige Gesichter und sind nicht nur ödes Fallobst. Ja hier wirken die Superschurken als hätten sie eine starke Persönlichkeit, mal mehr und mal weniger krank. Natürlich gibts auch hier und da ein paar Clone unter den Gefolgsleuten der Bösewichte, aber im großen und ganzen wurde für viel Abwechslung gesorgt.

FILMREIFE SYNCRONISATION GEPAART MIT STARKEM SCORE:

Eine weitere große Stärke von Arkham Asylum war immer die vom Niveau her filmgleiche Deutsche Sprachausgabe, was ja hierzulande schon einen Oscar wert wäre, und das ist wie zu erwarten war, wieder so. Batman/Bruce Wayne wird genau wie im ersten Teil von niemand geringerem als David Nathan gesprochen (Syncronstimme von Christian Bale), und das trägt natürlich unheimlich viel zur Atmosphäre bei und, ja, lässt die Fledermaus irgendwie noch glaubwürdiger erscheinen. Doch auch der Rest des Cast wurde stimmlich super besetzt. Die Sprecher der Schurken aus dem ersten Teil sind wieder die selben was dem Wiedererkennungswert zu gute kommt und auch die Neuen machen ihre Sache super und wirken durch die Bank weg authentisch und passend zu ihren Charakteren. Das gleiche gilt für den Score welcher jede Situation mal mehr und mal weniger, aber immer perfekt, unterstreicht und nicht selten sogar der heimliche Star ist – dann hat man in meinen Augen alles richtig gemacht.

LANGZEITSPAß MIT FLEDERMAUS & CO.:

War man mit Teil 1 damals durch, stand einem die Insel von Arkham dennoch frei zur Verfügung und was hat man da meist gemacht, genau, Riddler-Rätsel gelöst. Und der schlaue Edward Nigma (so sein bürgerlicher Name) findet natürlich auch im zweiten Teil Einzug und möchte sich erneut mit Bats-IQ messen, doch diesmal sind die Rätsel noch knackiger und anspruchsvoller was stark motiviert. Der Riddler ist diesmal jedoch nicht der einzige Bösewicht der Dinge und Aufgaben für Batman versteckt hält, was den Langzeitspaß natürlich deutlich ankurbelt. Habt ihr aber mal keinen Bock mehr Aufgaben zu erledigen, könnt ihr auch einfach nur Batmans-Fäuste (oder die der anderen Charaktere), sprechen lassen und euch erneut in den Herausforderungen austoben und messen. Der Hersteller gibt übrigens an das man in etwa zwischen 30-40 Stunden(!) damit beschäftigt sein soll, alles und jeden zu erledigen. Ob das stimmt, werdet ihr spätesten nach 30-40 Stunden merken. Arkham City ist übrigens auch nach dem Ende wieder frei begehbar und bei einem Neustart des Spiels habt ihr diesmal die Möglichkeit eure wohl verdienten Gadgets mit an den Start zu nehmen und so zb. einen höheren Schwierigkeitsgrad anzupeilen.

UND SONST:

  • kein Splitscreen
  • unterstützt 3D
  • kommt leider nicht ganz ohne Ladepausen aus
  • 3D-Charaktermodelle können im Menü wieder bestaunt werden
  • Catwomen-Episoden können auch einzeln im Hauptmenü angewählt werden
  • umfangreiche Statistiken – zb. Sammlerstücke oder Missionsfortschritt
  • Trainingseinheiten sind in der ganzen Stadt verteilt und können absolviert werden – zb. durch Ringe fliegen
  • 58 Erfolge – zb. für das Ausführen einer perfekten Kombo oder das gewinnen von Medaillen
  • Batman wiederholt sich in Punkto „Aufgaben erklären“ hin und wieder auch mal öfter
  • Zusatzinhalte sind so sicher wie die Freundschaft zwischen Batman und dem Joker
  • Das Game ist bis an den Rand mit hochwertigen Dialogen und Gesprächen vollgestopft und es wird wirklich nie langweilig für die Ohren
  • jedem Batman-Spiel liegt ein Code bei mit dem ihr storyrelevante Catwomen-Abschnitte runterladen könnt. Diese werden dann direkt ins Spiel integriert und ihr schlüpft dann hin und wieder in die Haut der Wildkatze. Ist dieser Code einmal benutzt, kann er nicht noch einmal verwendet werden und Gebrauchtwarenkäufer müssen entweder darauf verzichten, oder diesen DLC erneut käuflich erwerben

FAZIT:

Was bleibt abschließend also noch zu sagen. Warum sollte man sich überhaupt für Batman: Arkham City interessieren? Ganz einfach, wenn man es nicht tut, verpasst man nicht nur die beste Comic-Helden-Versoftung sondern eines der definitiv besten Games dieser Konsolengeneration. Die Technik ist überragend, die deutsche Vertonung höchst professionell, die Möglichkeiten mit Batman auf Verbrecherjagd zu gehen nahezu grenzenlos, die Freeflow-Kämpfe super spektakulär, die Story durchweg fesselnd, die Stadt im warsten Sinne – der blanke Wahnsinn und das wichtigste, dieses gewisse Etwas, das Batman eben zu Batman macht, dieses Gefühl ist einfach von Anfang bis zum Ende da.

Batman: Akham City ist im Kern nahezu identisch mit dem Vorgänger und das war irgendwie auch klar, denn genau durch diese Zutaten wurde der Erstiling so ein riesen Erfolg. Nichts desto trotz schlägt Arkahm City seinen Vorgänger in nahezu allen Belangen. Man hat hier das grandiose Konzept weiter geführt, die Dosis erhöht, diese neu abgemischt und das Resultat ist der erste heiße Anwärter auf den Spiel-des-Jahres-Tron-2011. Es wird nicht langweilig, es tritt keine Eintönigkeit ein, es ist richtig motivierend, ja es macht einfach spaß Batman zu sein und wenn ihr noch kein Fan des dunklen Ritters seit…ihr werdet es werden.

Achtung: Bei der letzten Wertung zu Batman: Arkham City (96%) handelte es sich um eine Vorabwertung. Nachdem wir nun noch einige Stunden nach dem Abspann in Arkham verbrachten und alles noch einmal Revue passieren ließen, sind wir zudem Entschluss gekommen, die Wertung ein wenig nach unten zu korrigieren.

 92% 

Batman: Arkham City erscheint am 21.Oktober für Xbox 360 und Playstation 3.