Wir sind zurück von der gamescom. Anstrengend war’s. Aber voller Eindrücke. Gottseidank war es am Pressetag noch nicht so voll, sodass man alles ausgiebig testen konnte. Und genau das haben wir getan. Ausführlich. Wir bringen für Euch in den nächsten Tagen einige Features zu den angespielten Titeln. Ich kann vorab schonmal sagen: Es sind echte Knaller dabei. Beginnen wollen wir unsere gamescom-Features mit dem Thema was im Moment alle bewegt: PlayStation Move. Wir haben es für Euch getestet:

Sportliche Herausforderung: Sports Challenge

Zunächst einmal zu Sports Challenge, einer Art Pendant zu dem Titel Wii Sports, der der Wiimote den Erfolg beschert hatte. Beim ersten Start fällt sofort ein großer Unterschied auf: Das Sportgerät, egal ob Pfeil, Bogen, Ball oder Frisbee wird 1 zu 1 nach der Bewegung des Move-Controllers im Raum gemappt. Keine Gestensteuerung, wie man es von Wii Sports kennt. Das “waggeln”, also rumwedeln des Controllers, was viele bei der Wiimote bemängeln, fällt damit flach. Die Bewegungen sind wesentlich komplizierter aber damit auch spannender auszuführen.

In allen Disziplinen von Sports Challenge folgt die Spielfigur genauestens den eigenen Bewegungen. Dabei kann es allerdings auch manchmal zu zwar kurzen, aber durchaus teilweise sichtbaren Verzögerungen kommen. Das fällt beim Bogenschießen und Disc-Golf weit weniger auf als beim schnellen Tischtennis. Bei letzterem hilft das Spiel etwas nach, indem der Ball auch dann noch grob in die richtige Richtung fliegt, obwohl man etwas spät dran war mit dem Schlag. Man kann aber auch überaus einfach Luftschläge produzieren und muss schon zumindest einigermaßen genau in Richtung des anfliegenden Balls schlagen. Dabei erkennt das Spiel aber sehr präzise, ob man den Schläger gerade zum Top-Spin oder zum Slice geneigt hat und dreht den Ball entsprechend an. Das macht schon Spaß.

Disc-Golf ist noch herausfordernder. Nicht nur die Wurfkraft entscheidet über Länge und Richtung des Wurfs, sondern auch in welchem Winkel man die Hand hält und ob man sie wie bei einer echten Frisbee-Scheibe im richtigen Moment los lässt. Dabei geht es um Tannen herum, durch Grillhütten hindurch und über Abhänge hinüber. Sehr spassig vor allem im Wechsel mit einem menschlichen Gegner.
Vergleichsweise entspannt spielt sich dagegen Bogenschießen. Da man alle Zeit der Welt hat und natürlich auch nicht die Spannung der Bogensehne spürt, kann man ganz entspannt justieren und loslassen. Trotz der geringeren Spannung und Anspannung bei jedem Schuss spielt es sich dennoch relativ kurzweilig, wobei hier die Langzeit-Motivation wohl am geringsten Ausfallen dürfte. Boule fühlt sich sehr ähnlich an, wobei sich hier die Abwechslung durch die unterschiedlichen Ballkonstellationen während des Matches ergibt.
Bleibt noch Beach-Volleyball, das von dem etwas begrenztem Raum in dem man sich aufhalten kann noch am meisten Bewegung vom Spieler erfordert. Wie beim Tischtennis auch wird dem Spieler hier aber vom Spiel unter die Arme gegriffen, sodass auch leicht unakkurate Schmetterbälle noch das gewünschte Ziel treffen. Es soll ja schließlich auch noch Spaß machen.

Überrascht hat uns der Gladiatorenkampf, die letzte Disziplin im Bunde. Hierbei führt die Spielfigur überaus akkurat die Bewegungen des Spielers aus- inklusive stechenden Vorwärtsbewegungen und dem großen über dem Kopf ausgeführten Schwung (Riposte). Dabei mixt das Spiel 1 zu 1 gemappte Bewegungen mit Gestensteuerung, sodass man durch das ruckartige hochziehen des Controllers zum Sprungangriff ansetzen kann. Das macht zumindest gegen einen menschlichen Spieler (gegen den Computer haben wir es leider nicht getestet) enorm Spaß. Absolut kein Vergleich zu Wii Boxing bei dem man mit “rumwurschteln” ebenfalls zum Erfolg kommt. Beim Gladiatorenkampf muss man schon sauber an der Deckung des Gegners vorbeischlagen um ans Ziel zu kommen. Gut so.

Zielwasser saufen: The Shoot

So gut wie Sports Challenge daher kommt, so durchschnittlich kommt The Shoot rüber. Es handelt sich hier um einen klassischen Lightgun-Shooter. Aber es geht ganz jugendgerecht darum, in einem fiktiven Filmset auf Ständern bewegte oder an Seilen hängende Monster oder Gegner wie Cowboys abzuknallen. Das sieht so aus wie auf einer Schießübungsbahn der Bottroper Polizei. Wirklich viel Aktion kommt da nicht auf. Die fehlende Story tut ihr übriges dazu, das Spiel schnell wieder aus der Hand legen zu können. Nunja- es macht schon Spaß ein wenig rumzuballern, aber doch sehr mäßigen. Und höchstwahrscheinlich auch keinen mehr, wenn man all die Settings schon gut kennt. In der gamescom-Version von The Shoot gab es 6 unterschiedliche Umgebungen wie Wilder Westen, Unterwasserwelt oder auch Zukunftsstadt. Ganz nett, aber auch nicht gerade spektakulär- weder vom der Vielfalt, noch von der Optik als solches.

Mit dem Bürostuhl durch Tokio: Fung Fu Rider


Bei manchen Spielkonzepten fragt man sich unwillkürlich was die Entwickler geraucht haben, als sie das Spielkonzept entwickelt haben. Aber gerade daraus können lustige Spiele entstehen. Pain hat’s vorgemacht. Kung Fu Rider ist nicht minder abgedreht. Mit dem Bürostuhl geht es durch die abschüssigen Straßen Tokios. Wer wollte das nicht immer schonmal ausprobieren? Der Move-Controller dient dabei als Steuerrung und um gestenbasierte Aktionen wie einen Rundum-Tritt durchzuführen. Man wird ein klein wenig an die alten Snowboardspiele oder auch das PSP Spiel Tony Hawks Downhill erinnert. Nur eben mit Move-Steuerung. Das ist kurzweilig, wenn auch hier wieder fraglich ist, was passiert, wenn man alle Strecken schon in und auswendig kennt. Reicht dann noch das genaue “timen” von Gesten aus um einen zum nochmal spielen zu motivieren?

Zu den komplexeren Move gesteuerten Spielen wie Socom: Special Forces, Killzone 3 und Heavy Rain kommen wir in einem späteren Feature ausführlich, denn wir wollen Euch ja nicht zu sehr zutexten. ;-)

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